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Erstveröffentlichung dieses Artikels: 27/02/2010 - Quelle: Briefe an das NJ |
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From: Frank Kretzschmar (dottorefrank@hotmail.com) |
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"Der Furz des Grauens oder Alterspfennig für Todgeweihte" Kaum, dass der letzte Tropfen Blut gerann, das in Strömen floss, als die Helden des oscar-nominierten "Inglourious Basterds", vom SPIEGEL einfühlsam Nazi-Western genannt, - ritsche-ratsche - Skalps von deutschen Nazischädeln schnitten, wird -Yippie - der "Dentist des Teufels" durchs Antifa-Tischlein-Deck-Dich-Dorf getrieben. Nein, keine alte Sau, eher ein Frischling in Gestalt Hitlers Leibzahnarzt Hugo Johannes Blaschke. Zum Quieken gebracht in der Doktorarbeit der Krefelder Zahnärztin Menevse Deprem-Hennen. Schon deprem-ierend, was die Henne da vergackert und ihre Rezensenten tiefsinnig orakelten: Bild.de: "Wahrscheinlich hatte Hitler, wie viele Menschen, Angst vor dem Zahnarzt.” Kölner Stadtanzeiger: "Es ist sehr wahrscheinlich, dass Adolf Hitler starken Mundgeruch gehabt hat. Er hat sich sehr schlecht ernährt und litt unter Parodontose." Rheinische Post: "Aus dem Vernehmungsprotokoll von Nürnberg …geht klar hervor, dass Blaschke stolz auf seine Rolle als Leibzahnarzt Hitlers war, weil das ja seine medizinischen Fertigkeiten bewies." Wann aber werden wir - "Der Furz des Grauens" - endlich über Schickelgrubers Enddarm-Flatulenzen aufgeklärt? Gut Pubs will Weile haben. Nicht aber Carl Dietmars und Marcus Leifelds "Alaaf und Heil Hitler, Karneval im Dritten Reich", das soeben, und täglich grüßt das Murmeltier, bei Herbig zu München aschermittwoch-punktlandete und auf 222 Schnapszahlseiten die epochale Erkenntnis generiert, dass Narren Nazis nicht närrisch fanden und - jetzt kommt’s - widerstandslos hinnahmen, dass 1938 erstmals die Jungfrau des Kölner Dreigestirns, seit jeher ein kostümierter Mann, durch, man fasst es nicht, eine FRAU dargestellt wurde. Den durch diese Ungeheuerlichkeit desorientierten Autoren lässt man da schon mal durchgehen, dass Göring, der in einem Karnevalsgedicht als "fetter Hering" verspottet wurde, "der höchste SA-Führer" gewesen sein soll. Das Zeug dazu, solle man Carl und Marcus zugutehalten, hatte er jedenfalls. Und, hast Du nicht gesehen, schon trippelt das nächste Borstentier des Sternthaler-Wegs, ein EVA-Ferkelchen - quiek, quiek- ein BRAUNes gleichwohl. Dorfgetrieben von Heike B. Görtemaker, die sich Historikerin nennt. Immerhin braucht´s 320 Seiten, damit Görte die fundamentale Erkenntnis makert, dass es sich bei Adolfs Spätverlobten keineswegs um eine "unpolitische" Frau sondern - wouhh ! - um eine "kapriziöse, kompromisslose Verfechterin der unbedingten Treue gegenüber dem Diktator" handelte. Und dann behaupte da mal noch einer, wir hätten von ALL DEM nicht gewusst! Friedens-Nobelpreisträger Elie Wiesel schon, wenn er in: "Die Nacht, Erinnerung und Zeugnis", erst im vergangenen Jahr bei Herder neu aufgelegt, live aus Auschwitz berichtete: "Säugling wurden in die Luft geschleudert und von Maschinengewehren aufs Korn genommen… Nicht weit von uns entfernt loderten Flammen aus einem Graben empor, riesige Flammen. Dort wurde etwas verbrannt. Ein Lastwagen näherte sich dem Erdloch und schüttete seine Ladung aus: es waren kleine Kinder. Säuglinge! Ich hatte sie mit eigenen Augen gesehen." Aber ja doch, Alien. Ganz deutlich. Von gleichem Schrot und Korn ist Eugen Kogon, Aktivist der ersten Shoa-Stunde. Seine Schrift "Der SS-Staat" erschien bereits 1946 und gilt noch heute, allein in Deutschland 500 000 Mal verhökert, als koscher. Wie auch nicht, bei Brüllern wie diesen? "Das fünfte Krematorium hatte keinen Ofen, sondern eine riesige Glühplatte. Die Opfer wurden nackt davor aufgestellt und von der SS abgeknallt, so dass die Kadaver oder Verwundeten gleich in die Glut fielen. Der Lagerkommandant Kramer ließ sich keine dieser Massenexekutionen entgehen; er stand mit strahlendem Gesicht dabei und schlug sich vor Vergnügen auf die Schenkel." Und, so viel Nazi- Porno muss neben Nazi-Western sein: "Gern stellte SS-Oberscharführer Moll, der die Auschwitzer Krematorien leitete, nackte Frauen an die Glühgrube, um sie nach Unterleibsschüssen in das Feuer stürzen zu sehen." Und weiter: "Eine italienische Tänzerin ließ der Rapportführer Schillinger nackt vor dem Krematorium tanzen." Klar doch, dass dem Authento-Eugen für diesen faktenreichen Erkenntnisgewinn 1951 an der Technischen Hochschule Darmstadt ein Lehrstuhl für Politikwissenschaften eingerichtete wurde, wo er noch heute als moralisches Hausgewissen - huhh - sein Wesen treibt. Ein bisschen Nazi-Porno sollte man eigentlich auch von Robert Sommers "Das KZ-Bordell" erwarten, das ebenfalls im vergangenen Jahr das Licht der Wissenswunderwelt erblickte. Da aber eine KZ-Bordsteinschwalbe noch keinen Sommer macht, wiederholt der, was er in siebenKapiteln platter geht´s nicht walzte, in gleichlautenden Fazits und einem Resümee. Schrecken ohne Ende. Vor allem hält er seine Leser für unterbelichtet genug, nicht zu schnallen, dass die Bräute, die in Lagern anschafften, eher mit wenig Begeisterung zur Sache gingen. So wird Robby nicht müde, bis zum Erbrechen die Gebetsmühle von "Sex-Zwangsarbeiterinnen", die "Sex-Zwangsarbeit" verrichten MUSSTEN, zu leiern. Mein Gott, bringt das Volumen und Wichtigkeit! Da muss, neben einer schwülstigen Widmung, glatt ´ne Danksagung her! In der kriecht Roberto-Largo neben Karin, Florian, Tina und Tommi vor allem seinen Doktorväterchen Hartmut Böhme - Schleim, Buckel, Kratze - in den Abdominalen, der sich sogleich mit einem Rückkriech-Vorwort revanchiert, indem er der Bandschleife, andiente, einen entscheidenden Durchbruch in der Forschung erzielt zu haben, der neuen Standard setzt. Was die politisch korrekte Vergutmenschelung anbelangt, schon. So im Interview, das Wiederkäu-Sommer der Süddeutschen gab. Dort erweckt er nämlich den Eindruck, dass Frauen zur Lagerprostitution gezwungen wurden, die "beispielsweise den Bund Deutscher Mädels ablehnten oder nicht zum Reichsarbeitsdienst gingen." Das Interview trägt die Überschrift "Die verfluchten Stunden am Abend", obwohl sich die auf Seite 234 des Durchbruch-Standards zitierte Dame über die abendlichen "verfluchten zwei Stunden", länger im Einsatz zu sein wurde ihr nämlich nicht zugemutet, beklagt. In der Gebetsmühle selbst jedoch, kommen keine Widerstandskämpferinnen sondern Anna Harder zu Wort, die angab, im Bordell des KZ Ravensbrück gelandet zu sein, weil sie Flugblätter verteilte. Aus den pingelig geführten Gerichtsakten ergibt sich allerdings, dass sich die Hamburger Prostituierte weigerte, sich zweimal wöchentlich im Gesundheitsamt einzufinden. Dies nicht zu tun, stellte eine Straftat nach § 327 StGB dar, die, dreimal in Folge begangen und abgeurteilt, gemäß Erlass zur "Vorbeugenden Verbrechenbekämpfung" zur Einweisung in ein KZ führen konnte. Just dieses Schicksal ereilte unsere Flugblatt-Anni. Im Lager allerdings konnte sie sich vor den wöchentlichen Gesundheitschecks nicht drücken, da auch hier der Erlass "Zur Bekämpfung von Geschlechtskrankheiten" vom 27.01.1943 galt. Auf Seite 185 angekommen, blickt sich der geneigte Leser ängstlich um, dass da auch ja nicht die furchtbaren Juristen Grossmann und Meinerzhagen vom Landgereicht Mannheim um die Ecke lunzen, die würden ihn nämlich, wie Ernst Zündel - ratz-fatz - wegen Offenkundigkeits-Leugnens, für Jahre wegsperren und wagt erst dann, sich verwundert die entzündeten Äugelein zu reiben: "Da Konzentrationslager staatliche Einrichtungen waren und nicht im rechtsfreien Raum existierten, ist es plausibel, dass auch hier die gesetzlichen Verordnungen bezüglich Hygiene, Seuchenbekämpfung und Prostitutionskontrolle galten." Plausibel? Aber immer! War doch im inneren Kreis der Hölle ein Menschenleben bestenfalls ein Lampenschirm oder ein Stück Seife wert, wenn es nicht, so Nobel-Wiesel auf Seite 54 seiner umnachteten Nacht, "stundenlang in den Flammen zu leiden" hatte, dort, Hannah Arendt ließ es in ihrer "Banalität des Bösen" durch Eichmann berichten, wo Blutgeysire - Gravität hin, Gerinnung her - hui, nur so aus dem Boden schossen. Da sich auch die Bordellbesucher akribischer Registrierung und Untersuchung zu unterziehen hatten - sauberes Handtuch zum Bad davor, neue Unterwäsche und Häftlingskleidung sowie ärztliche Unbedenklichkeitsbescheinigung waren Pflicht – war die Gonokokke chancenlos. Ei und Spermium nicht. So bei Izabela Michalek, eine von zwei Schwangeren in Auschwitz. Wie jetzt?! Tragend? Trächtig? Nicht mehr diensttauglich? Kurzer Prozess, sollte man meinen. Ab an den Glühplattenrand, Peng, Schuss in den Unterleib und Kramer schlägt sich auf die feisten Schenkel. Bei der unglücklichen Izabela kam es jedoch zu einem Abbruch, der beim Chef des Amtes D III, dem Berliner Amt für Sanitätswesen und Lagerhygiene, beantragt werden musste, da auch in Auschwitz, wo man lässig Lastwagenladungen von Säuglingen in lodernde Erdlöchern kippte, das prinzipielle Abtreibungsverbot nach § 218 StGB galt. Ungenehmigt allerdings konnten, nichts anderes ergibt sich aus dem minutiösen Mauthausner Operationsbuch, in einer Not-Schönheitsoperation einer Liebesdienerin Warzen entfernt werden. Diametrales allerdings ist bei Tych, Kekmann, Kohlhaas und Eberhardt in "Kinder über den Holocaust" ebenfalls aus 2009, Seite 273, mit Glaubwürdigkeitssiegel versehen, zu lesen: "Wir kamen am Tag in Auschwitz an. Sofort gab es eine Selektion. Meine Schwester wurde von mir fortgerissen. Was mit ihr geschah, weiß ich nicht, aber ich begreife es. Es geht darum, dass derjenige vernichtet wurde, wenn er auch nur den kleinsten Pickel hatte." Mein Gott, da hat die Mauthausner Warze aber noch mal Schwein gehabt! Darüber, ob die Lagerdirnen gewerkschaftlich organisiert waren, schweigt sich Bordsteinschwalben-Sommer aus. Einiges spricht dafür. Wie sonst lässt sich erklären, dass die horizontalen Damen ihre Dienste, in Sachsenhausen etwa, lediglich zwischen 18 und 21 Uhr, eine Arbeitszeit, von der ihre heute auf der Reeperbahn anschaffende ukrainische Kollegin nicht zu träumen wagt, anzubieten hatten? In Mittelbau-Dora war das Bordell, wie praktisch bei DER Freizeit, in der Baracke untergebracht, in der sich zugleich die Bibliothek befand. Um Belesenheit bemüht war auch eine der in Dachau tätigen Polinnen, die beim Bibliotheks-Kapo Dantes "Hölle" mit recht vielen Bildern ausleihen wollte, da sie fürchtete, in dieser zu schmoren und wissen wollte, wie es denn dort so aussieht, verklickert Häftling Nico Rost in seinem Tagebuch-Eintrag vom 13.04.1945 . Bibliotheks-Kapo? Von ganz anderem Schrot und Korn dessen berichtet da der als "reif und wertvoll" beurteilte Jurek Erner bei Tych & Co auf Seite 106: "Im Lager Majdanek war ein kleiner Jung, ein 13-jähriger Jude. Alle nannten ihn als Bobek. Er hatte seinen eigenen Vater und seine Mutter erhängt, und sie hatten ihn dafür zum Kapo gemacht." Mein Gott, was für ne´ Karriere, In Dachau lag der Puff "im hinteren Lagerbereich, wo sich eine Angora-Zucht und eine Kräuterversuchsplantage befanden." Ob die Karnickel auch gekuschelt und die Kräutlein regelmäßig gegossen wurden? Die Hoffnung stirbt zuletzt: "In der Regel achtete die SS streng darauf, dass die Lager sauber und ordentlich waren. Im Stammlager Auschwitz wurden die Bordsteine jeden Tag gekalkt, in Birkenau wurden Blumenrabatten gepflanzt." Auch in Auschwitz, sommerts auf Seite 165, befand sich das Bordell als "Institution der offiziellen Lagerkultur", neben Lagerkino und Bibliothek. Unweit von Theater, Schwimmbad und Fußballplatz, möchte man hinzufügen. In Buchenwald waren die Zimmer der Damen mit Blumen geschmückt. Weiße Lilien für Totgeweihte? Mitnichten. Aus Neuengamme berichtet Laura Büttig: "Wir hatten auch Tonvasen. In diesen Vasen waren Gladiolen oder Dahlien aus der Gärtnerei." In Mauthausen hakte sich SS-Rapportführer Riegler, wie an Orten des ultimativen Grauens üblich, bei den Damen unter, wenn er mit ihnen durchs Lager stolzierte und lud sie zu den sonntäglichen Box- und Theaterveranstaltungen ein. Der Neuengamme-Kommandant Pauly hat sich seinen Frauen gegenüber nicht nur "sehr gut benommen" sondern dafür gesorgt, "dass am Sonntagnachmittag ein holländischer Akkordeonspieler in das Lagerbordell kommen durfte, um alten Jazz zu spielen." Von geselligen Nackttanzveranstaltungen vorm Krematoriumsofen ist allerdings nirgends die Rede. Für das Lager Sachsenhausen bescheinigte Karola Groß in einem Nachkriegs-Gerichtsverfahren den SS-Männern "korrektes und anständiges Verhalten". Perverse, blutrünstige Bestien in Menschengestalt eben. Was denn sonst. Dass die weißgekalkten Lagerbordsteinschwalben das älteste Gewerbe der Welt im Auge des Schreckens und in Anbetracht zahlloser Vergünstigungen, von Geschenken über Kleidung bis Verpflegung, unentgeltlich ausübten, sollte sich von selbst verstehen. Weit gefehlt! Es war kein geringerer als der unikate Ausbund des Apokalyptisch-Infernalischen, Heinrich Himmler, der in einer Direktive vom 15.11.1942 festlegte, dass die Frauen zu bezahlen sind, denn, typisch Massenmörder: "Das Geld, das sie sich im Bordell verdienen, soll für diese dann ein Alterspfennig sein." Folgerichtig berichtet Elisabeth Lynhard, dass Frauen, "die nach einem dreimonatigen Aufenthalt in einem Bordellkommando wieder nach Ravensbrück zurückkehrten, zwischen 75 und 500 Reichsmark Einnahmen gemacht hatten." Bis zur Entlassung kamen da schon mal 2000.- Märker zusammen. Viele ließen Geld Verwandten zukommen und da auch in industriellen Mordfabriken, wo der Häftling drei Lungenzüge Zyklon B wert ist, alles seine Ordnung haben muss, wurden der Lagerdirne Antonia Michaelis die in harter Stoßarbeit verdienten 65,30 Reichsmark per Postanweisung an ihre Heimatanschrift gesandt, nachdem sie das Geld in Buchenwald wegen Entlassung leider nicht mehr persönlich entgegen nehmen konnte. "Das Porto für die Postsendung zog die SS vom dem zu überweisenden Betrag ab." Vielleicht kümmerte sich Arno Lieske, Kalfaktor der Häftlingszahnstation, ja auch um Antonias Goldzähne. Nein, nicht, indem er sie, wie immer und immer wieder grauenvollst geschildert, lebendigen Leibes ausbrach, sondern sie, wie bei anderen Liebesdienerinnen, fachgerecht einsetzte, die Beißerchen. Wer das tut, ist zu allem fähig und behält auch Porto ein. Für die Prostituierten war das Konzentrationslager, um die jüdische Holocaustexpertin Gitta Sereny zu bemühen, zwar kein Vernichtungslager, aber ein furchtbarer Ort. Und keiner wo sie vögel… äh…vogelfrei waren, möchte man hinzufügen. Dr. Frank Kretzschmar |