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Also, Ihrer Meinung nach sind Raul Hilberg und seinesgleichen Lügner oder
Dummköpfe?
Nicht unbedingt. Es mag sein, daß sie mehr oder weniger das glauben, was sie
erzählen. Dieses habe ich zu Beginn meines Vortrages zu erklären versucht, als
ich von "historischer Lüge" gesprochen habe. Diese Lüge unterscheidet sich von
der eigentlichen Lüge dadurch, daß sie sich, im Laufe einer langen Zeitstrecke
entstanden, historisch gesehen zu einer Art landläufiger Wahrheit entwickelt.
Die Leute glauben also wirklich daran, was sie eine Wahrheit nennen, die sich
aber im Ursprung nichts anderes als eine Lüge darstellt. Diese Menschen sündigen
mehr durch Angepaßtheit, Bequemlichkeit und durch Mangel an intellektueller
Neugierde als durch Unehrlichkeit. Diese Laster sind den Unfertigkeiten des
Menschen geschuldet. Wir können nicht unser ganzes Leben lang ständig alles
überprüfen. Das wäre zu anstrengend. So würden wir es vorziehen, ein Produkt,
das uns die Werbung als gesund und rein anpreist, blind einzunehmen, obgleich es
eigentlich verpanscht ist.
Würden Sie also sagen, sie könnten "Menschen guten Willens" sein?
Um Ihnen antworten zu können, müßte man sie auf Herz und Nieren überprüfen
können. Mir ist, für jeden einzelnen, der Anteil an Überzeugung unbekannt. Was
ich aber im Gegenzug weiß ist, daß es häufig im Leben eine sogenannte "fromme
Lüge" gibt, die man für die "gute Sache" glaubt sagen zu dürfen. Diese Sache mag
politischer oder religiöser Natur sein oder sie kann den Interessen von Gruppen,
Verbänden oder einzelnen Menschen dienen. In diesen Fällen nimmt man es mit der
Genauigkeit der Fakten oder der Zahlen nicht so genau, und man kann selbst so
weit gehen, daß man Gefälligkeitsaussagen macht. Die fortwährende Sorge um
Genauigkeit ist störend. Außerdem glaube ich an die Macht der Angst ebenso wie
an das Bedürfnis nach Bequemlichkeit. Diese Macht und dieses Bedürfnis bestimmen
zu großem Anteil unser Verhalten. Nichtsdestotrotz gibt es unter denjenigen, die
die These des "Holocausts" vertreten, schurkenhafte Lügner. Tausendfach sind sie
von den Revisionisten überführt worden. So sind Simon Wiesenthal und Elie Wiesel
sagenhafte Falschzeugen.
Und dann gibt es die großen Angeber. Nehmen Sie den jüdischen
austro-US-amerikanischen Raul Hilberg, über den ich Ihnen bereits erzählt habe.
Es lohnt sich, nochmals seinen Fall aufzugreifen und einige Verdeutlichungen
anzubringen. Er ist die "Nummer Eins" der Historiker, die den Mythos der
Vernichtung verbreiten. Hilberg hatte seine Forschungen zur angeblichen
"Vernichtung der europäischen Juden" im Jahre 1948 begonnen. Er hat sein Buch "The Destruction of the European Jews" [Die Vernichtung der europäischen Juden]
1961 veröffentlicht. Auf der Seite 177 dieses Werkes hatte er keine Scheu zu
behaupten, es hätte zwei Befehle Hitlers gegeben, die Juden auszurotten. Der
erste Befehl, im Frühjahr 1941 erteilt, besagte, so die Legende, man müsse vor
Ort, auf sowjetischem Territorium, die Juden umbringen. Der zweite Befehl, ein
wenig später erfolgt, jedoch ohne Datum, verlangte, alle anderen europäischen
Juden in Vernichtungslager zu verbringen. Hilberg nannte aber weder eine Quelle,
noch das Dokument, noch den Wortlaut dieser Befehle oder das genaue Datum.
Dennoch hat sich niemand gegen solche Behauptungen erhoben und alle Historiker
scheinen übereingestimmt zu haben in der Ansicht, Hilberg sei ein Historiker
ersten Ranges. Er ist aber nur die "Nummer Eins" derjenigen Historiker, die eine
bestimmte, uns auferlegte offizielle Wahrheit vertreten.
Wie erklären Sie sich, daß im späteren Nachgang Raul Hilberg umsattelte, als er
auf seine
Erklärung aus dem Jahre 1961 verzichtete?
Die große revisionistische Offensive fand Ende der 70er Jahre statt. Hilberg war
davon sichtlich getroffen, und 1982 verkündete er im Nouvel Observateur: "Auf
eine gewisse Art haben uns Faurisson und die anderen, ohne es eigentlich zu
beabsichtigen, einen Dienst erwiesen. Sie haben Fragen aufgeworfen, die
Historiker dazu gebracht haben, neue Forschungen zu betreiben. Sie haben
erzwungen, daß zusätzliche Information gesammelt werden mußten, daß Dokumente
erneut begutachtet werden mußten und daß man tiefer ins Verständnis dessen
eindringen mußte, was geschehen war". Was wir damals aber nicht wußten war, daß
Hilberg, verunsichert durch das Aufkommen der Revisionisten, sich seinerseits
wieder an die Arbeit gemacht hatte und von Grund auf seine These der angeblichen
zwei Befehle Hitlers überdenken sollte.
1983, während einer Konferenz in New York, hat er dann plötzlich seine neue
These vorgestellt, eine äußerst seltsame These, die ihn für immer innerhalb der
Gemeinschaft der Historiker hätte diskreditieren müssen. Gemäß seiner neuen
These hätte es nämlich für dieses riesige Unterfangen der Vernichtung eines
ganzen Volkes auf einem ganzen Kontinent keinen Befehl, keinen Plan, kein Budget
gegeben, sondern nur eine Art stillschweigender Übereinstimmung, eine spontane
Verschwörung der deutschen Bürokraten! Die Worte von Hilberg waren im
genauen Wortlaut wie folgt: "But what began in 1941 was a process of destruction not
planned in advance, not organized centrally by any agency. There was no
blueprint and there was no budget for destructive measures. [Those measures]
were taken step by step, one step at a time. Thus came about not so much a plan
being carried out, but an incredible meeting of minds, a consensus-mind reading
by a far-flung bureaucracy" [Was aber 1941 begann, war ein Vernichtungsprozeß,
vorab nicht geplant und durch keine zentrale Behörde organisiert. Es gab keine
Blaupause und es gab kein Budget für diese zerstörerischen Maßnahmen. [Diese
Maßnahmen] vollzogen sich Schritt für Schritt, ein Schritt nach dem anderen. So
entstand also nicht so sehr ein Plan, der ausgeführt wurde, sondern ein
unglaubliches Zusammentreffen der Absichten, ein übereinstimmendes Gedankenlesen
einer weit ausgreifenden Bürokratie]. Ihnen wird aufgefallen sein, daß Hilberg
betont, "es gab kein Budget". Dies ist eine Antwort auf ein von mir persönlich
vorgebrachtes Argument. Ich hatte gesagt, da nichts, und gerade zu Kriegszeiten,
ohne Geld durchgeführt werde, müsse man mir das sagenhafte Budget zeigen, das
denn für diese angebliche Kampagne der massenhaften Vernichtung der europäischen
Juden veranschlagt worden sei. Sie sehen, daß Hilberg den Fragen ausweicht und
uns eine wahnwitzige "Erklärung" liefert. Denn seiner Meinung nach wäre diese
ganze angeblich verbrecherische Unternehmung ... mit Hilfe des Heiligen Geistes
oder durch ein spontanes Generationenphänomen geschehen. Er selbst spricht von
einem "unglaublichen Zusammentreffen der Absichten" bei all diesen unzähligen
Bürokraten. Nebenbei gesagt, wenn es denn so "unglaublich" ist, warum sollten
wir daran glauben, und das unter Androhung von Gefängnisstrafe und Bußgeldern?
Und was anderes als ein außerirdisches Phänomen soll denn dieses Gedankenlesen
sein, das wir deswegen noch viel weniger glauben können?
An dem Tag, als Hilberg in Toronto unter Eid bestätigt hat, daß dies seine
Erklärung für die "Vernichtung der europäischen Juden " sei, haben wir, die um
den großen Tisch saßen, zu dem uns Ernst Zündel jeden Abend nach der Rückkehr
vom Gericht einlud, viele Witze gemacht. Für meine Wenigkeit kann ich mich
erinnern, meinen Tischnachbarn zugerufen zu haben: "Wir betreten nun ein neues
Zeitalter. Von heute an, wenn ich wünschen würde, man reiche mir Salz oder eine
Wasserkaraffe, so werde ich nicht mehr sprechen müssen. Wir werden dann das "incredible
meeting of minds" [das unglaubliche Zusammentreffen der Absichten] und das "consensus-mind
reading" [übereinstimmendes Gedankenlesen] anwenden. Denn wenn schon die
deutschen Bürokraten, berühmt als die stumpfsinnigsten aller, dieses System
benutzten, warum sollten wir es dann nicht anwenden?"
In der neuen Auflage seines Werkes, das während des Prozesses von Zündel noch im
Druck stand, hat Hilberg diese erstaunlichen Beschreibungen nicht verwendet,
aber er hat darauf Bezug genommen in einer verschrobenen und akademischen Art
und Weise. Er hat geschrieben: "Letztlich war die Vernichtung der Juden nicht so
sehr das Produkt von Gesetzen und Befehlen als vielmehr eine Angelegenheit der
Gesinnung, der gegenseitigen Verstehens, der Übereinstimmung und
Synchronisation". Und das alles, so hebt er hervor, ohne jegliche schriftliche
Spur zu hinterlassen!
Herr Faurisson, wieviele Juden sind Ihrer Meinung nach insgesamt während des
Zweiten Weltkrieges von den Deutschen getötet worden? Wieviele davon in
Konzentrationslagern? Und in welchen Lagern? Und wieviele mittels Gaskammern
oder Gaswagen?
Kein einziger Jude ist durch eine Tötungs-Gaskammer oder einen Tötungs-Gaswagen
umgebracht worden. Es handelt sich hier um eine Massenvernichtungswaffe, von der
man nie eine Spur gefunden hat und von der man nicht in der Lage ist, uns eine
technische Beschreibung zu liefern. Die angeblichen Gaskammern, die hier und da
Touristen gezeigt werden, haben niemals echte Gaskammern sein können. Ich werde
hier diese Frage, die ich schon häufig behandelt habe, nicht wieder aufgreifen,
aber ich stelle einfach fest, daß sich die Gegenseite beharrlich weigert, uns
eine technische und wissenschaftliche Untersuchung der angeblichen Waffe dieses
Verbrechens vorzulegen. Was die Gesamtzahl der durch die Deutschen während des
Krieges getöteten Juden betrifft, so ist es derzeitig noch nicht möglich, diese
zu ermitteln, und das vor allem wegen des unerhörten Verhaltens der Alliierten
und des Staates Israel, die mit Argusaugen über die gigantischen Archive in
Deutschland, nämlich in Bad Arolsen vom International Tracing Service (ITS)
[Internationaler Suchdienst], wachen. Ab und zu hört man, daß diese Archive
endlich für die Forscher geöffnet werden sollen. Jüdische oder zionistische
Organisationen erheben angeblich diese Forderung. Schenken Sie dem keinen
Glauben. Ich habe mich lange mit diesem Sachverhalt beschäftigt und ich kann
Ihnen versichern, würden diese Archive allen Forscher ohne Einschränkungen
vollkommen geöffnet werden, dann wäre das die Katastrophe für die Verfechter der
These des "Holocausts". Man würde dort herausfinden, mit welcher Sorgfalt die
Verantwortlichen des Dritten Reiches für jeden Lagergefangenen Buch führten, ob
Jude oder nicht Jude, über dessen Ankunft, seinen Weggang, dessen mögliche
Krankenhausaufenthalte, seine fortlaufenden Beschäftigungen, seine Verlegungen
von einem Lager zum anderen und über sein mögliches Ableben. Außerdem hätte man
dann Zugang zur genauen Anzahl der Einäscherungen für jedes Krematorium ebenso
wie zur Zahl der "überlebenden" Juden, also die Millionen dieser "wundersam
Überlebenden", die sich nach dem Krieg über die ganze Erde verstreut haben und
die hauptsächlich den Staat Israel gegründet haben. Ende der 70er Jahre hatten
Revisionisten begonnen, sich für diese Archive zu interessieren, und damals gab
es, innerhalb des ITS, eine "Historische Abteilung". 1978 haben dann plötzlich
die Verantwortlichen diese Abteilung geschlossen. Ich jedenfalls verlange ihre
Wiedereröffnung mit der Erlaubnis für alle Forscher, Zugang zur Gesamtheit der
Bestände zu bekommen.
Aber Sie haben mir eben eine Frage gestellt zur Anzahl der von den Deutschen
getöteten Juden. Niemand kann derzeit diese Zahl ermitteln. Zunächst müßte erst
einmal unterschieden werden zwischen denen, die eines natürlichen Todes
gestorben sind und denen, die durch die Deutschen oder die Alliierten getötet
worden sind. Ich stelle jedenfalls eine beträchtliche Anzahl von Juden fest, die
den Krieg überlebt haben und die, wie viele andere Indizien, ein Beleg dafür
sind, daß es keine Politik zu Tötung aller Juden gegeben haben kann. Am 18.
April 2004 hat Amiram Barkat, Korrespondent der israelischen Zeitung Haaretz,
einen Artikel veröffentlich, "U.S. court to discuss question of who is a
Holocaust survivor" [US- Gericht behandelt die Frage, wer ein
Holocaust-Überlebender ist]. Er erwähnte, daß zwei jüdische
Demographie-Experten, die die Zahl der überlebenden Juden zu ermitteln hatten,
die 2004 noch am Leben waren, folgendes herausgefunden hatten: der eine die Zahl
von 687.900, der andere die von 1.092.000. Der Unterschied erklärt sich dadurch,
daß letzterer die Anzahl der jüdischen Bevölkerung in Nord-Afrika, Syrien und
dem Libanon eingeschlossen hatte, also Gebiete, die zeitweilig entweder durch
die Deutschen und Italiener oder durch die Truppen der Vichy-Regierung besetzt
worden waren. Ich werde also nur die geringere dieser Zahlen berücksichtigen und
darauf hinweisen, daß wenn 687.900 europäische Juden die deutsche Besatzung
überlebt haben und 60 Jahre später noch am Leben waren, daraus zu schließen ist,
daß kurz nach dem Krieg die Anzahl der überlebenden Juden natürlich einige
Millionen betrug, wahrscheinlich 3.250.000. Was ist das für eine behauptete
Vernichtungspolitik, die Millionen Überlebende oder wundersam Überlebende übrig
gelassen hätte? Am Ende des Krieges sind die Europäer von der Schwemme von Juden
erschlagen worden, von denen es doch hieß, sie seien für immer verschwunden. Die
Lager der Displaced Persons [heimatlose Personen] waren überfüllt. Wir verfügen
über eine Vielzahl von Bildaufnahmen vor allem von jüdischen Kindern, die in
Zügen aus Zentraleuropa eintreffen oder in den unzähligen Herbergen aufgenommen
werden. Ihr äußeres Erscheinungsbild entsprach dem der nichtjüdischen jener
Zeit. Was Frankreich betrifft, so wissen wir, daß von einer jüdischen
Bevölkerungszahl von 350.000 Personen 75.721 Juden, vornehmlich Ausländer,
deportiert worden sind, aber man sagt uns nicht, wieviele davon überlebt haben.
Die Zahl, die uns gelegentlich geliefert wird, beträgt ungefähr 2.500
Überlebende von diesen 75.721 und ergibt sich aus einer Vielzahl von
Betrügereien, die ich hier aus Zeitgründen nicht aufzählen kann, worüber ich
aber woanders schon gesprochen habe. Wenn Sie wissen wollen, wie stark und
lebendig die jüdische französische Gemeinde am Ausgang des Krieges war, empfehle
ich Ihnen folgendes Buch zu lesen, L'Annuaire du judaïsme [Das Jahrbuch des
Judaismus], herausgegeben in Paris durch den Verlag Impress. Das Jahrbuch von
1952 beschreibt auf 415 Seiten die Lage des Judaismus in Frankreich und in der
Welt. Glauben Sie mir, es ist sehr lehrreich. Allein die Anzahl der aufgezählten
jüdischen Vereinigungen, mit Angabe der Anschrift und Telefonnummer, ist nur für
sich allein genommen atemberaubend. Und betrachten Sie heute die Flut an
Büchern, Erinnerungen und Berichten dieser "wundersam überlebenden" Juden, ohne
dabei die Anfragen nach Entschädigungs- und Wiedergutmachungszahlungen zu
zählen.
Aber in Deutschland wiederholt man ständig die Zahl von sechs Millionen Juden,
sei es verschwundenen, sei es getöteten. Es sind also nicht fünf oder sieben,
nein, es sind immer sechs.
Selbst ein so angepaßter Historiker wie Martin Broszat hat seit langem
zugegeben, daß es sich hierbei um eine "symbolische", also eine mythische Zahl
handelt. Ich würde ergänzen, daß diese Zahl der jüdischen Symbolik zuzurechnen
ist. Lesen Sie die Studie von Don Heddesheimer, The First Holocaust [Der Erste
Holocaust], die 2003 veröffentlicht wurde. Der Autor belegt darin, gestützt auf
Zeitungsausschnitten, daß seit dem Jahre 1900, und wahrscheinlich könnte man
noch früher zurückgehen, die jüdische US-amerikanische Presse die Schlagzeile
verbreitete: "Sechs Millionen europäische Juden sind am sterben". Er liefert
Beispiele für die Jahre 1900, 1919, 1920, 1926, 1938 und 1940. In diesen
jüdischen Kreisen war dies zum Leitmotiv geworden. In Jerusalem versuchen
Spezialisten von der zentralen Gedenkstätte Yad Vashem seit Jahren die
Namensliste der sechs Millionen getöteten Juden des "Holocausts" zu ermitteln.
Sie sind gerade mal auf drei Millionen Namen gekommen, gestützt aber, zum großen
Teil, auf einfachste ungeprüfte Erklärungen von ungeprüften Quellen, so daß die
gleiche Person mehrfach als gestorben aufgeführt sein kann, angeblich sogar bis
zu zehn Mal. Ich empfehle diesbezüglich einige Studien der Zeitschrift Dubitando,
die in den Niederlanden gedruckt wird. Man kann sie im Internet von dieser Seite
herunterladen: http://www.aaargh.com.mx/fran/revu/dubitando/dubitando.html
Aber in welcher Größenordnung beläuft sich denn Ihrer Meinung nach die Zahl der
durch die Deutschen oder ihre Verbündeten getöteten Juden?
Auch hier verweise ich Sie wieder auf den Suchdienst in Bad Arolsen, der
nicht-offiziellen Historikern seit 1978 den Zutritt verweigert.
Dennoch, geben Sie mir zumindest eine Zahl der Toten für Auschwitz.
Unter den astronomischsten Zahlen beträgt die bekannteste vier Millionen, aber
es gab, selbst aus offizieller Quelle, weitaus höhere. Diese Zahl von vier
Millionen war im Nürnberger Tribunal festgeschrieben worden. Und genau diese
Zahl hatte man auf die Gedenktafeln in Auschwitz-Birkenau eingetragen, die dort
bis 1990 verblieben ist. Dann hat man sie aber plötzlich entfernt und, nach fünf
Jahren des Zögerns, hat man sie durch die Zahl von anderthalb Millionen ersetzt,
ausgewählt von Lech Walesa, damaliger Präsident der polnischen Republik. Doch
Verantwortliche des Museums und offizielle Historiker bzw. Forscher haben diese
wieder verringert, erst auf 1.100.000, danach weiter auf 800.000, danach auf ein
wenig mehr als 600.000, und schlußendlich, 2002, auf 510.000 (Fritjof Meyer).
Persönlich glaube ich, daß die Zahl der Gesamttoten, Juden und Nicht-Juden, für
die gesamte Zeit des Betriebs von Auschwitz unter deutscher Leitung (Mai 1940
bis Januar 1945) das beachtliche Niveau von ungefähr 125.000 Toten in den 39
Lagern des weiten Lagerkomplexes erreicht haben muß. Diese Toten sind vor allem
der Fleckfieberseuche zuzuschreiben, die bis in die deutschen Reihen hinein
Opfer gefordert hat, und dort vor allem im medizinischen Personal des Lagers (so
starben z.B. zwei Oberärzte, Dr. Popiersch und Dr. Schwela). Ich stütze diese
Einschätzung auf die Angaben in den Sterbebüchern und einige andere Dokumente.
Darin beläuft sich die Gesamtzahl der Toten auf 80.010, doch da noch eine
bekannte Anzahl von den Sterbebüchern fehlen, nehme ich an, daß sich insgesamt
die Zahl auf 125.000 belaufen wird. Was dagegen die Zahl von 74.000 Toten
betrifft, die manchmal vorgebracht wird, so dürfte sie einer journalistischen
Fehlinformation entstammen.
Sie sprachen von Ärzten in Auschwitz. Was haben Sie zum Fall von Dr. Mengele zu
sagen?
Ich habe seinen Fall studiert. Ich glaube nicht zu irren, wenn ich behaupte, daß
Josef Mengele wahrscheinlich einer der am meisten verleumdeten Menschen seines
Zeitalters gewesen ist. Höchstwahrscheinlich verdiente er den Ruf, den ihm seine
Landsleute in Günzburg nachsagten, "ein Kavalier" zu sein. Ich habe seine (nicht
veröffentlichten) Manuskripte durchgesehen, die einen Menschen erkennen lassen,
der von griechisch-lateinischer Kultur, Wissenschaftsliebe und großer Neugierde
durchdrungen war. Er hat seinen Verwandten nicht vorenthalten, daß diese
Geschichte von Vergasungen reinste Erfindungen darstellten. Während eines
Schauprozesses, post mortem, in Jerusalem, den man ihm vor den Fernsehanstalten
der ganzen Welt gemacht hatte, haben ihm seine "Opfer" die übelsten Absurditäten
vorgehalten. Danach heftete er an die Wand seiner Praxis ausgerissene
Menschenaugen oder er goß in die Augen seiner menschlichen "Versuchskaninchen"
eine Säure, mit der sich die schwarze Augenfarbe in eine blaue verwandeln
sollte. Es gibt kaum ein besseres Thema als das der medizinischen
Ungeheuerlichkeiten, bei dem ins Blaue hinein fabuliert werden könnte, besonders
dann, wenn man es einem "Herrn Doktor" in weißem Kittel anlasten könnte. Es gibt
nichts einfacheres, als dem Leichtgläubigen hierzu alles Mögliche glauben zu
machen. Diesbezüglich empfehle ich wärmstens das Werk von zwei britischen
Rechtsanwälten über den Fall Dering (Mavis Hill & L. Norman Williams, Auschwitz
in England, a Record of a Libel Action [Auschwitz in England, ein Bericht über
eine Verleumdungsklage], London, MacGibbon and Kee, 1965). 1959 hatte Leon Uris
in seinem Buch Exodus die Chuzpe zu behaupten, während seiner Zeit als Häftling
in Auschwitz hätte der polnische Chirurg Wladislaw Alexander Dering (von Uris
Dehring geschrieben) "an Frauen siebzehntausend chirurgische Untersuchungen ohne
Betäubung" durchgeführt. Behalten Sie diese Zahl und das Wort Untersuchungen.
Nach dem Krieg war Dering nach England gegangen, hatte danach in Somalia
praktiziert und ließ sich dann schlußendlich wieder in England nieder, wo er den
Orden des britischen Empires (O.B.E.) erhalten hatte, eine Ehrung vergleichbar
mit der Ehrenlegion in Frankreich.
Vom 13. April bis zum 6. Mai 1964 sollte in London sein Verleumdungsprozeß gegen
Uris und dessen Verleger stattfinden. Während der Verhandlung wurden eine
Unmenge an Lügen zu Tage gefördert, vor allem dank der Verzeichnisse der
chirurgischen Operationen des Blocks 21 in Auschwitz, in dem Dr. Dering
praktiziert hatte. Die Verteidiger mußten zunehmend die dem alten Chirurgen
vorgeworfenen Operationszahlen verringern. Frauen wurden zu "Männern und
Frauen", die Zahl von 17.000 wurde fallen gelassen für eine "sehr große Anzahl",
dann "für eine Zahl zwischen hundert und zweihundert", und zum Schluß hat man
sich wohl auf drei Frauen verständigt, von denen lediglich die Vornamen bekannt
waren. Außerdem hat man zugeben müssen, daß die Operationen nicht ohne
Anästhesie, sondern mit Spinalanästhesie durchgeführt worden waren, und ein
namhafter englischer Anästhesist hatte bezeugt, daß Dr. Dering recht gehabt
hatte, diese Art von Betäubung auszusuchen. Ein Paukenschlag ereignete sich, als
Dr. Dering nachweisen konnte, daß die Operationsverzeichnisse durch die
polnischen Häftlinge gefälscht worden waren, beginnend mit dem Seiteneintrag
August 1943, da er ab diesem Datum keine Operationen mehr durchgeführt und sich
nicht mehr im Block 21 befunden hatte. Die Deutschen in Auschwitz hatten dieses
Verzeichnis penibelst, teilweise in Latein, geführt und, ich erinnere mich,
manchmal einen "casus explorativus" für die Fälle eingetragen, bei denen
vorsorgliche chirurgische Eingriffe getätigt worden waren. Dr. Dering sollte
seinen Prozeß gewinnen und einen halben Taler (one farthing) als
Entschädigungszahlung plus Zinsen zugesprochen bekommen. Doch dann entschied der
Richter eigenmächtig, daß der Arzt, der doch gerade auf übelste Weise verleumdet
worden war, alle Prozeßgebühren, die beachtlich waren, zu zahlen habe und daß
ihm kein Widerspruchsrecht eingeräumt werden würde. Dies lag daran, daß während
des gesamten Prozesses der Schatten von Auschwitz und der von den Gaskammern,
der auch vom Richter ständig erwähnt worden war, über dem Chirurgen geschwebt
hatte. Ich glaube mich zu erinnern, daß Dr. Dering nach seinem Prozeß verlauten
ließ: "Jetzt bin ich ruiniert, aber zumindest ist meine Ehre gerettet". Kurz
danach ist er verstorben. |