|
War es nicht in Bergen-Belsen, wo Anne Frank und ihre Schwester gestorben sind?
Ja, Ende Februar oder Anfang März 1945. Sie sind an Fleckfieber gestorben. Noch
lange nach dem Krieg behauptete die offizielle Geschichtsschreibung, sie seien
in Auschwitz vergast worden. Durch dieses Lager waren sie zwar gekommen, wurden
dann aber nach Bergen- Belsen verbracht. Ihr Schicksal verdient Mitleid und
Anteilnahme. Doch wieviel mehr verdient das die deutsche Zivilbevölkerung, die
durch die anglo-amerikanischen Bombengeschwader getötet wurde oder am lebendigen
Leibe verbrannte? Ein Deutscher hatte nach dem Krieg die Idee, eine
Veröffentlichung heranzuziehen, die die Namensliste der Opfer der Bombardierung
von Würzburg in der Nacht vom 24. März 1945 wiedergab. Auf dieser Liste von mehr
als 5.000 Namen hat er, so glaube ich mich zu erinnern, 128 Frauen und Mädchen
gefunden, die den Namen Anne oder einen ähnlichen Namen trugen. Von diesen
Frauen oder Mädchen, systematisch getötet allein aus dem Grunde, weil sie
Deutsche waren, spricht man nur wenig, nicht wahr?
Glauben sie, daß das nationalsozialistische Regime Verbrechen gegenüber den
europäischen Juden begangen hat?
Dieses Regime hat gegenüber den Juden keine verbrecherische Politik verfolgt.
Gleichwohl, Verbrechen sind sicherlich begangen worden, vor allem zu
Kriegszeiten, und dieses bezeichnet man gewöhnlich als "Exzesse". Verbrechen
dieser Art sind gegenüber einzelnen Juden begangen worden, sei es während einer
militärischen Operation, bei denen Juden als Gruppe gefangen genommen wurden,
oder während einer Vergeltungsmaßnahme. Jedoch, wenn man sich diese Fälle
genauer ansieht, so unterscheiden sich diese Verbrechen in keiner Weise von den
verwerflichen Handlungen der Sieger, die diese beispielsweise gegenüber
Deutschen oder Japanern begangen haben. Ich werde jetzt einen Sachverhalt
betonen, der wichtig ist und den selbst die Revisionisten nicht ausreichend
verwerten. Wir haben den Beweis, wir hatten ihn bereits seit den Nürnberger
Prozessen, daß während des Krieges deutsche Soldaten, Offiziere und Beamte
allein wegen der Ermordung eines einzigen Juden oder einer einzigen Jüdin von
Militär- oder Kriegsgerichten des Dritten Reiches zum Tode verurteilt und auch
hingerichtet wurden. In Marinka, einer Stadt in der Ukraine, hatte eines Tages
ein Bürgermeister, ein "Volksdeutscher", also ein Mann deutscher Abstammung, der
wahrscheinlich sein Amt bekommen hatte, weil er deutsch sprach, eine Jüdin
umgebracht. Er wurde vor ein Militärgericht gebracht, zum Tode verurteilt, und
er ist erschossen worden. Ich werde noch auf seinen Fall zurückkommen.
Wir haben in Budapest den Fall eines deutschen Leutnants, der mit seinen Männern
in das Haus einer Jüdin eingedrungen war, ein Radiogerät entdeckt hatte - das
war den Juden untersagt - und dieses und Schmuck entwenden wollte. Da die Frau
damit drohte, ihn anzuzeigen, hatte er sie schlußendlich umgebracht. Er kam vors
Kriegsgericht, wurde zum Tode verurteilt und hingerichtet. Und was die Soldaten
betrifft, die unter seinem Kommando standen, so wurden gegen sie schwere
Gefängnisstrafen ausgesprochen.
Handelte es sich dabei um die Wehrmacht oder die SS?
Es betraf eine Flak-Einheit. Doch wissen Sie, diese Unterscheidung, die man
zwischen der Wehrmacht und der SS macht, ist in manchen Fällen berechtigt,
jedoch in anderen Fällen überhaupt nicht. So besteht zum Beispiel bezüglich des
militärischen Kampfeinsatzes kein Unterschied. Wie auch immer, wenn es denn
irgendeinen Befehl gegeben hätte, die Juden umzubringen, nur weil sie Juden
waren, so wäre man doch nicht so weit gegangen und hätte jemanden erschossen,
nur weil dieser, disziplinlos, einen Juden oder eine Jüdin getötet hätte.
Sind Ihrer Meinung nach diese Beispiele ein ausreichender Beleg dafür um zu
sagen, die gesamte Wehrmacht und die gesamte SS hätten sich in dieser Art und
Weise verhalten?
Kann es einen deutschen Befehl gegeben haben, die Juden zu töten - ich sage zu
töten? Das ist ausgeschlossen, wenn ich Ihnen, wie gerade geschehen, nur einen
einzigen Fall eines deutschen Militärgerichtes vorweisen kann, in dem über eine
Person wegen des Mordes an einem einzigen Juden verhandelt und diese Person dann
auch verurteilt und hingerichtet wurde. Aber ich habe nicht von "ausreichenden
Belegen" gesprochen, sondern von Belegen. Ein Beleg ist ein Sachverhalt, den man
in Erwägung ziehen kann, um dann schlußendlich zu einem Urteil zu gelangen. Der
Richter eines Gerichtes hat vor sich ein Sammelsurium von Belegen oder
Zeugenaussagen, und daraus zieht er Schlüsse. Beginnen wir also mit dem Anfang,
das heißt also mit solchen Fällen, wie ich sie Ihnen gerade vorgetragen habe,
oder mit dem Fall, der mir soeben in den Sinn kommt, eines Mitglieds der
Luftwaffe, der im französischen Midi wegen "Exzessen" gegenüber einer Jüdin zum
Tode verurteilt wurde.
Ich habe selbst die deutsche Besatzung erlebt. 1939, da war ich zehn Jahre alt,
und 1944, als die Deutschen Frankreich verlassen haben, war ich 15 Jahre alt...
Wo lebten Sie damals?
Zuerst bis Juli 1943 in Marseille, danach in Paris. Niemals im Leben hätte
jemand, einen Juden erblickend, eine Waffe ergreifen und diesen straflos
umbringen können. Die Folgen wären extrem hart gewesen für den Mörder.
Nun ist es so, daß ich seit 1957 in Vichy lebe. Im August 1941 war hier eine
kleine Bombe vor dem Eingang der Synagoge explodiert, jedoch ohne jemanden zu
verletzen. Der "Anschlag" war nachts geschehen. Im Laufe des darauffolgenden
Tages wurden die Täter gefaßt. Es handelte sich um einige junge Doriotisten,
französische Anhänger der Kollaboration mit Deutschland im Kampf gegen den "Judeo-Bolschewismus".
Diese jungen Leute mußten nach kurzer Zeit vors Gericht treten und wurden
verurteilt. Ich habe das Gerichtsurteil wiedergefunden. Dank der Hilfe einer
Person, die während des Krieges der Polizei angehört hatte, erfuhr ich, daß
einer der jungen Beteiligten an diesem Anschlag, ein "Kind der Nation", d.h.
also ein Sohn eines im Ersten Weltkrieg verstorbenen Soldaten, dermaßen hart auf
dem Polizeikommissariat von Vichy geschlagen worden war, daß er daran gestorben
ist. Niemals in der Welt hätte sich während des Krieges ein Franzose erlauben
können, einen Juden auf der Straße zu ohrfeigen. Zwar wurde der Jude an sich
durch den Staat als eine potentiell gefährliche Person betrachtet. Er lebte
sozusagen in überwachter Freiheit und hatte berechtigte Gründe, auf der Hut zu
sein. Seine Bewegungsfreiheit und seine Rechte unterlagen strengen
Einschränkungen. Dennoch hat es nicht wenige Juden gegeben, die während der
deutschen Besatzung in aller Öffentlichkeit ihren Beschäftigungen nachgingen und
sogar ein Einzelhandelsgeschäft oder einen handwerklichen Betrieb führten.
Weiterhin in Vichy war der Maréchal Pétain und seiner Frau zugeordnete Apotheker
ein Jude namens Maurice Benhamou, und auch die koschere Metzgerei in der rue
Bardiaux scheint während der gesamten Besatzungszeit geöffnet gewesen zu sein.
Im Mai 1944 hat ein amerikanischer Bombenangriff auf Lyon zahlreichen Menschen
das Leben gekostet. Die Trauerfeier für diese Opfer fand in einer ökumenischen
Gedenkveranstaltung statt, die vom Erzbischof geleitet wurde unter Anwesenheit
eines Imams und eines Rabbiners. Dennoch schließt das natürlich nicht aus, daß
in Vichy, in Lyon und überall in Frankreich Juden deportiert wurden und von
dieser Deportation zurückkehrten oder auch nicht.
Sie sprechen hier von Frankreich?
Ja, von Frankreich in der Zeit der Besatzung.
Aber im Osten, glauben Sie, daß es da genauso war?
Wenn Sie konkrete Fälle haben, zeigen Sie sie mir. Sie sind Deutscher. Ich
möchte jeden Deutschen einladen, ein bemerkenswertes Dokument über das
alltägliche Leben von einigen Juden während der gesamten Kriegszeit im Herzen
des Dritten Reiches zu lesen. Es handelt sich um die Erinnerungen von Victor
Klemperer. Ich besitze davon sowohl die deutsche, die französische wie die
englische Fassung. Ich vergleiche gerne die unterschiedlichen Fassungen ein und
desselben Buches. In diesem Falle ist die spannendste Fassung die französische.
Anstatt im Juni 1945 zu enden, fährt sie bis Dezember dieses Jahres fort und
enthält noch einen Brief vom Januar 1947. Darin, wohl unter dem Einfluß der
Nachkriegs-Propaganda, reiht er Lügen und Übertreibungen an das, was er wirklich
erlebt und was er doch genau so, Tag für Tag, in seinen eigentlichen
Erinnerungen beschrieben hatte.
Victor Klemperer, Jude aus Dresden, ist mit einer Arierin verheiratet. Sehr
antinazistisch eingestellt, erzählt er uns von seinen Qualen. Ich werde Ihnen
den Gipfel seiner Qualen nennen: da er Jude war, mußte er den Judenstern tragen,
und er verbrachte insgesamt acht Tage in Haft, im Juni 1941, weil er die
Bestimmungen zum passiven Schutz während der nächtlichen Ausgangssperre
gebrochen hatte. Er hat diese acht Tage im Gefängnis der Polizeiwachtmeisterei
von Dresden verbracht, wo er, wie er uns erzählt, sehr anständig behandelt
wurde. In seinem Buch unterstreicht er pausenlos, daß die Deutschen, denen er in
der Straßenbahn, auf der Straße oder beim Bäcker begegnete, anstatt ihn zu
mißhandeln oder ihn scheel anzusehen, sich ihm gegenüber im Großen und Ganzen
zuvorkommend und hilfsbereit zeigten. Der Konditor Vogel reserviert ihm Kaffee,
damals eine kostbare Ware. Die Beamten sind liebenswürdig und höflich. "Die
Passanten sympathisierten mit den Judensternträgern". Er sammelt "gute
Erfahrungen mit dem Stern" und sagt: "Es besteht kein Zweifel, daß das Volk die
Verfolgung der Juden als eine Sünde betrachtet". Gleichwohl, er freut sich über
die militärischen Katastrophen Deutschlands ebenso wie über die Bombardierungen,
und er zeigt sich enttäuscht darüber, daß es scheinbar unmöglich sei, den
Kampfeswillen der Zivilisten zu brechen. Seine Erinnerungen, mindestens 5.000
beschriebene Seiten, fügen der These von Daniel J. Goldhagen ein vernichtendes
Urteil zu, nach der, wegen ihres Antisemitismus, "die gewöhnlichen Deutschen"
dazu beigetragen hätten, was man heute den "Holocaust" nennt.
Sie sprechen von Frankreich und von Deutschland, aber, wenn man weiter in den
Osten geht, dann ist man in Polen, im Generalgouvernement, und dann muß man
doch, wie für Rußland, von den "Einsatzgruppen" reden. Was sagen Sie dazu?
Diese Polizeieinheiten sind vor allem in Rußland eingesetzt worden. Der Krieg im
Osten war grausam. Die Sowjetunion hatte die internationalen Konventionen von
Genf und von Den Haag nicht unterzeichnet und die Deutschen sahen sich einem
Partisanenkrieg gegenübergestellt. Es gab weder Gesetz noch Recht auf Seiten der
Sowjets. Auch die Deutschen können sich veranlaßt gesehen haben, alles zu
zerstören, wenn sie in einem Dorf eine Gruppe von Partisanen auffanden, auch
dann, wenn sich dort Frauen und Kinder befanden. Der Sicherheit des deutschen
Soldaten galt die höchste Priorität. Deutschland war im Krieg. Welche deutsche
Frau, welcher deutscher Vater oder welche deutsche Mutter wäre damit
einverstanden gewesen, daß der eigene Mann oder eigene Sohn hinterrücks von
einer Zivilperson erschossen werden würde und diese dann einfach so entkommen
wäre? In solchen Momenten geschehen unweigerlich militärische Grausamkeiten, wie
sie alle Armeen der Welt in ähnlichen Situationen begehen.
Um auf meine eigene Erfahrung in Frankreich zurückzukommen, so habe ich
nacheinander zuerst den französischen Soldaten, dann den deutschen, dann den
italienischen, schließlich den kanadischen, britischen und amerikanischen am
Werke sehen können. Ich, der während des Krieges hochgradig antideutsch
eingestellt war, muß gestehen, daß ich lediglich äußerst anständige Deutsche
gesehen habe. Ich könnte sogar erstaunliche Fälle nennen. Als ich danach die
Amerikaner habe kommen sehen, da habe ich das als wunderbar empfunden. Viele
waren sehr sympathisch und benahmen sich anständig, aber es gab auch unter
diesen Soldaten und den Offizieren einige, die richtige Flegel waren. Und dann,
nebenbei gesagt, war ich äußerst erschüttert über die Schrecken der Epuration [AdÜ:
die Epuration, wortwörtlich mit Säuberung übersetzt, bezeichnet die Zeit
gewaltsamer Ausschreitungen in Frankreich vor und nach der Befreiung von den
deutschen Besatzern, in der echte und vermeintliche Kollaborateure verfolgt,
mißhandelt und getötet wurden]. Aber jetzt bin ich dabei, mich vom Thema zu
entfernen.
Sie wollten vom "Kommissarbefehl", von den "Einsatzgruppen" und von "Babi Yar"
sprechen.
Richtig, drei Teile eines selben Themas. Man sagt uns, es habe einen
"Kommissarbefehl" gegeben, den man uns als einen Befehl beschreibt, systematisch
die sowjetischen politischen Kommissare, die die Truppen bewachten, zu töten,
und man ergänzt, die Einsatzgruppen hätten auch die Aufgabe gehabt, die Juden zu
töten. Das ist falsch. Zunächst einmal: es hat nie einen "Kommissarbefehl" an
sich gegeben. Bei den Historikern ist es zur Gewohnheit geworden, mit diesem
Begriff eine Ansammlung von Dokumenten zur Aussonderung von Gefangenen oder
einigen Zivilisten im Rücken der Front zu bezeichnen. Gegründet 1938, während
des Anschlusses, waren die Einsatzgruppen mit dieser Aussonderung betraut. Auf
der gesamten Länge der russischen Front waren sie gerade mal 3.000 (dreitausend)
Mann, Fahrer und Schreiber eingeschlossen. Zu Beginn des militärischen Feldzuges
sind ihnen strengste Anweisungen ("Richtlinien") gegeben worden. Man muß diese
Anweisungen lesen. Sie besagen im Kern, daß, da das Kriegsrecht von den Sowjets
nicht beachte werde, man äußerst streng die gefangengenommenen Soldaten
selektieren müsse. Einige Gefangene müßten auf der Stelle erschossen werden, da
es sich nicht um Soldaten handele, sondern um fanatisierte Politkommissare, die
man nicht im Kriegsgefangenenlager belassen könne. Andere dagegen könnten in
Deutschland nützlich sein. Ein Dokument, als URSS-014 im Nürnberger Prozeß
aufgenommen, zählt acht Kategorien von Personen aus der Gruppe von
Kriegsgefangenen oder Zivilgefangenen auf, die einer Aussonderung unterzogen
werden müßten. Es ist interessant festzuhalten, daß die Juden an achter und
letzter Stelle erscheinen. Es wird in diesem Befehl vom 29. Oktober 1941 betont,
daß es nur eine bestimmte Sorte von Juden betreffe. Ich zitiere: "8) die
sowjetrussischen Intelligenzler und Juden, soweit es sich um Berufsrevolutionäre
oder Politiker, Schriftsteller, Redakteure, Kominternangestellte usw. handelt".
In ihrer üblichen Unredlichkeit haben es die offiziellen Historiker, die damit
betraut waren, diese Dokumente zusammenzufassen, gewagt zu sagen, die
"betroffenen Personen" "seien hauptsächlich die politischen Kommissare und
andere Führer des sowjetischen Volkes, die Juden und die Mitglieder der
intellektuellen Klasse gewesen". In ihren Zusammenfassungen werden sie sogar
soweit gehen, von "Richtlinien für Säuberungen" zu sprechen, obwohl es sich, ich
wiederhole es, bei diesem Dokument lediglich um "Aussonderung" handelt. Wenn
eine Truppe vorrückt und eine Stadt erobert, müssen die "Einsatzgruppen", eine
Art Feldpolizei, versuchen, die Gefangenen und die Zivilbevölkerung unter
Kontrolle zu behalten. Das bedeutet nicht, daß man sie töten wird. Nur einige
werden erschossen werden. Auf der anderen Seite, bei den Sowjets, hatte man beim
Erschießen keine Gewissensbisse. Wie gesagt, an erster Stelle kamen also die
politischen Kommissare dran. Weder hier, noch woanders, hat es jemals einen
Befehl gegeben, die Juden zu töten.
Also, wenn ich Sie richtig verstanden habe, besagten diese Anweisungen nicht,
daß alle politischen Kommissare zu erschießen seien, auch wenn diese Kommissare
an erster Stelle angeführt werden.
Genau so ist es. Diese Kommissare scheinen häufig Juden gewesen zu sein. Aber
selbst in diesem Fall mußte eine Aussonderung durchgeführt werden. Aber sie
werden natürlich verstehen, daß das in der Praxis bedeutete, daß man das Recht
hatte, entgegen den Bestimmungen des Kriegsrechtes Gefangene zu erschießen.
Außerdem, sie werden es vielleicht wissen, haben die Wehrmachtsführer sich nicht
wie die Rote Armee verhalten wollen und sie haben sich, schlußendlich,
geweigert, die strengsten dieser Anordnungen zu befolgen.
Was Babi Yar betrifft, so hat dort noch keine gründliche Untersuchung in der Art
stattgefunden, wie das für Katyn geschehen ist. Nichts stützt jedoch die
Erzählungen, die es zu diesem Vorfall gibt, und die unglaubwürdig erscheinen.
Ich werde auf Babi Yar noch zurückkommen.
Sie wollten noch etwas zu Marinka, der Stadt in der Ukraine, sagen.
Richtig. Aber ich mache Sie darauf aufmerksam, und ich werde Sie vielleicht
überraschen, daß wir jetzt für einen kurzen Augenblick die Geschichtsschreibung
verlassen und uns auf das Gebiet der Fiktion begeben. Hier ist das Drama, das
ich mir vorstelle.
Der deutsche Bürgermeister von Marinka ist wegen des Mordes an einer Jüdin
soeben zum Tode verurteilt worden, und er wird erschossen werden. Er sitzt im
Gefängnis und wartet auf seine Hinrichtung. Es ist nachts. Er leidet unter
Todesängsten. In diesem Augenblick zeigt sich ein Mann an seiner
Gefängniszellentür und sagt ihm folgendes: "Sie sind ein Deutscher, den gleich
deutsche Soldaten erschießen werden, weil Sie eine Jüdin getötet haben. Jetzt
müssen Sie sich vergegenwärtigen, daß in wenigen Jahren Deutschland dem Boden
gleich gemacht sein wird. Dessen Sieger werden sich unerbittlich zeigen. Sie
werden Tabula rasa mit dem machen, was Sie gelernt und woran Sie geglaubt haben.
Sie werden über diesen Krieg eine lügenhafte Geschichte erfinden. Sie werden die
Sichtweise des Siegers durchsetzen. Die neue offizielle Version, die Deutschland
aufgedrückt und nahezu in der gesamten Welt verbreitet werden wird, wird diese
sein, daß während dieses Krieges die Deutschen jegliche Erlaubnis dafür hatten,
das zu tun, was Sie getan haben. Jawohl, man wird selbst soweit gehen und
behaupten, die Deutschen wären die meiste Zeit damit beschäftigt gewesen, die
Juden zu verfolgen, zu foltern und zu massakrieren. Man wird behaupten, Hitler
habe den Befehl erteilt, alle europäischen Juden zu massakrieren. Man wird
ergänzen, er habe, um diese Unternehmung gigantischen Ausmaßes zu erzielen,
Massenvernichtungswaffen errichten lassen, die dermaßen teuflisch waren, daß man
nach dem Krieg keine Spur von ihnen mehr vorfinden wird. Fernsehgeräte, die
heute im Jahre 1942 noch so selten sind, werden in jedem Haushalt zu finden
sein. Morgens, mittags, nachmittags, abends und nachts, Jahr für Jahr, wird
darin eine universelle Neuwahrheit gesendet werden, die man in den Schulen,
Gymnasien, Universitäten und selbst im Katechismus Ihren Kindern, Enkelkindern
und Urenkelkindern unterrichten wird. Fast überall wird man Denkmäler errichten,
und es werden feierliche Gedenktage abgehalten werden zur Ehrung dieser neuen
Religion. Die wenigen Menschen, die es wagen werden, dieses Dogma zu bestreiten,
werden vor Gericht gezerrt, ins Gefängnis geworfen und aus der Mitte der
Gesellschaft verbannt werden. Und wissen Sie, wer die eifrigsten Anhänger dieses
neuen Glaubens sein werden, den man 'Holocaust der Juden' bezeichnen wird? Ich
werde es Ihnen verraten. Es werden die Deutschen selbst sein. In der Reihe
derjenigen, die sie gleich erschießen werden, wird es vielleicht Männer geben,
die den Krieg überleben werden und die, wenn sie wieder nach Hause zurückgekehrt
sein werden, beginnen werden, an diese Lüge des 'Holocausts' zu glauben. Auf
alle Fälle werden deren Kinder, Enkelkinder und Urenkelkinder daran glauben."
Der Bürgermeister von Marinka wird diese Geschichte wie einen Schock aufnehmen.
Er wird darüber seinen Verstand verlieren. So wird man also einen
Verrücktgewordenen vor das Hinrichtungskommando führen. Dies ist die Tragödie,
die ich mir vorstelle. Ich erkenne darin eine noch zu schreibende Vorlage für
ein Theaterstück oder für einen Film. Diese Tragödie, das ist die von
Deutschland, von dem es gelungen ist, seine Seele zu zerstören.
Verlassen wir die Fiktion und kehren wieder zur Geschichte zurück. Ich möchte
den Fall von Babi Yar etwas näher betrachten. Derzeitig versuchen einige
jüdische Vereinigungen, spürend, daß der Mythos der Gaskammer zunehmend von
allen Seiten unter Beschuß gerät, Ablenkungsmanöver zu fahren, indem sie
versuchen, unsere Aufmerksamkeit weg von den angeblichen Gaskammern und Gaswagen
hin zum Thema der "Einsatzgruppen" zu lenken. Das unternimmt zum Beispiel
momentan eine jüdische Persönlichkeit aus Frankreich, Jacques Attali, der vor
kurzem geschrieben hat: "Die große Mehrheit der ermordeten Juden sind in den
Jahren 1940 bis 1942 durch die einzelnen Waffen der deutschen Soldaten und
Feldpolizisten getötet worden, und nicht durch die Todesfabriken, die danach
errichtet wurden". Eine ganz neue Bezeichnung verwendend, benennen das diese
Juden als "Shoah durch Kugeln". Diese "Shoah durch Kugeln" soll nun die "Shoah
durch Gas" ersetzen.
Und so kommt es, daß man uns das "Massaker von Babi Yar" liefert, einer
Ortschaft in der Nähe von Kiew. In dem Nürnberger Prozeß erscheint der Name Babi
Yar gar nicht, lediglich ein Dokument gibt in nur einem Satz wieder, die
Deutschen hätten in Kiew, einer Stadt, die sie soeben erobert hatten, als
Vergeltungsmaßnahme alle Juden festgenommen, da zuvor eine Reihe von Bränden
gelegt worden waren, die Agenten des NKWD zugeordnet wurden. Dann, am 29. und
30. September 1941, hätten die Deutschen eine gewisse Anzahl dieser Juden in
Richtung der besagten Ortschaft Babi Yar verbracht, um dort schlußendlich -
hören Sie sich diese Zahl gut an und bewundern Sie ihre Genauigkeit - nicht
weniger als 33.771 von ihnen zu erschießen. Das Dokument ist weder datiert noch
unterschrieben. Es ist Teil einer Ansammlung von Dokumenten, die von einem
Leutnant Walter Rothschild aus London ausgewählt wurde. Was dieser Satz an sich
behauptet, ist unglaubwürdig. Das echte Massaker von Katyn, vom NKWD ausgeführt
und später den Deutschen in die Schuhe geschoben, hatte ungefähr 4.250
Menschenleben gekostet, und das, nachgewiesenermaßen, innerhalb von zwei Monaten
(März und April 1940). Im Vergleich dazu wären also in Babi Yar innerhalb von
zwei Tagen achtmal so viele Opfer angefallen wie in Katyn in zwei Monaten. Eine
dermaßen phantastische Schlächterei hätte unweigerlich Unmengen an Spuren
hinterlassen und die Landschaft wäre davon gezeichnet gewesen, allein schon
wegen der gigantischen Beerdigungsarbeiten, aber auch, wie uns erzählt wird,
wegen der danach erfolgten Exhumierungen und anschließenden
Freilufteinäscherungen. Die Luftbildaufnahmen aus dieser Zeit zeigen aber nichts
dergleichen. Über dieses riesige Verbrechen gibt es keinen einzigen
stichhaltigen Beweis.
In der Ukraine gibt es derzeitig einen katholischen Priester, der viel von sich
hören läßt, der Pater Patrick Desbois, ein Franzose und großer Freund der Juden.
Seine Spezialität besteht darin, das Land nach "jüdischen Massengräbern" zu
durchforsten. Er läßt den gutmütigen ukrainischen Dorfbewohnern ankündigen, er
werde sich an den oder jenen Ort begeben und wolle dort Zeugenaussagen zu den
Massakern der Deutschen aufnehmen, die an den Juden während des Krieges begangen
worden seien. Die Bewohner werden jegliches Interesse aufbringen, um solch ein
Massengrab vorweisen zu können, da man an diesem Ort Denkmäler errichten wird,
die ausländische Touristen anziehen werden. Die "Zeugen" finden sich zusammen
und stimmen ihre Erzählung ab. Der Priester erreicht dann dieses Dorf und läßt
sich gemeinsam mit dessen Bewohnern photographieren, die ihm mit dem Finger
diese oder jene Stelle zeigen. Zunächst kann man sich über das Alter der
abgelichteten Zeugen wundern. Sie sind offensichtlich jünger als das eigentlich
notwendige Alter von ungefähr achtzig Lebensjahren. Aber es gibt noch
Erstaunlicheres. Man wird diese angeblichen Massengräber nicht öffnen. Man wird
keine Exhumierungen durchführen und keine physischen Überprüfungen vornehmen,
und das alles wegen des wunderbaren Vorwandes, das jüdische Gesetz verbiete es,
die jüdischen Leichen zu berühren. Doch es genügt die Encyclopedia Judaica
aus dem Jahre 1978 an der Stelle "Autopsies [Mehrzahl] and Dissection [Einzahl]" zu
öffnen, um zu erkennen, daß dem nicht so ist. Allein an einem Ort, bei Busk, hat
man fünfzehn zusammenhängende Gruben geöffnet, aber keine der vorgefundenen
Skelette sind jemals untersucht worden, und diese Stelle ist danach mit einer
Asphaltschicht überdeckt worden, so daß in Zukunft auch wirklich keine
Überprüfung mehr möglich sein wird. Eine seltsame Art und Weise, nach jüdischem
Recht eine Leiche zu achten. Der Historiker wird sich also mit dem begnügen
müssen, was ihm der Pater Desbois, ein geschickter Mann, erzählen wird, was ihm
die Zeugen erzählt haben. Nicht überprüfte Zahlen von nicht gefundenen und nicht
gezeigten Opfern werden sich aufsummieren, und zum Schluß wird man behaupten, in
der Ukraine gäbe es so und so viele Massengräber, die so und so viele jüdische
Opfer enthalten würden. Und das alles mit dem Siegel der Vertreter der
römisch- katholischen Kirche, der Vereinigung "Yahad-in-Umum" und der
Vereinigung "Zaka",
die sich als "Hüterin der Achtung der Körper der Opfer nach jüdischem Recht"
darstellt. So wie in Auschwitz wird der Tourismus jede Gelegenheit haben,
kräftig zu gedeihen. |