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Willkommen in der Wirklichkeit
Nr. 44/2004, Titel: "Deutschland:
Export-Weltmeister (von Arbeitsplätzen)"
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Leider fehlt den überbezahlten Managern die
Intelligenz zu sehen, dass sie den Ast absägen, auf dem sie sitzen. Die
Binnenkonjunktur in Deutschland (und in den USA) ist nicht wegen hoher
Krankenkassenbeiträge so schlecht, sondern wegen der nicht mehr
gezahlten Weihnachts- und Urlaubsgelder und der Jobangst. Die Maßnahmen
von Mercedes und Co. wurden doch von den kleinen Firmen gleich
nachgemacht. Wer soll jetzt die ganzen Waren noch bezahlen? Die
deutschen Arbeitnehmer haben bald kein Geld mehr für Opel- oder
Mercedes-Autos und für SiemensWaschmaschinen.
Neustadt a. Rübenb.. (Nieders..) Uwe Friedrichs
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Der "Krieg ist ausgebrochen".
Das impliziert, dass niemand
verantwortlich ist und dass auch grundsätzlich nichts dagegen getan
werden kann. Heute ist "die Globalisierung ausgebrochen". Eine
wunderschöne Vorstellung, dass die Großkonzerne bei ihrem siegreichen
Wanderzirkus zu den niedrigsten Löhnen endlich wieder in Deutschland
ankommen und unsere Enkel dann froh sind, arbeiten zu dürfen. Es dürfte
dann allerdings auch keine Großkonzerne mehr geben, denn Arbeitslose und
Tagelöhner können sich die Waren nicht leisten. Die Ideologie
"Neoliberalismus", die aufgestanden ist als allein selig machende
Wirtschaftsdoktrin, ist auf dem besten Wege, die Welt und sich selbst zu
zerstören. Um die Welt ist es schade, lassen wir es nicht dazu kommen.
Germering (Bayern), Renate Richter |
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Nun scheint ja tatsächlich langsam dem Letzten klar
zu werden, das sich die "immer billiger"- und "Geiz ist geil"-Mentalität
zu einem überwältigenden Bumerang entwickelt hat. Export Weltmeister ist
eine Seite der Medaille. Tanken und Wochenendeinkauf im benachbarten
Ausland sowie die neuesten Angebote von den allseits bekannten
Discountern werden auch künftig keine Arbeitsplätze in der
Bundesrepublik schaffen oder bewahren. Ich warte immer noch auf den Tag,
an dem der mündige Bürger die logisch erscheinenden Konsequenzen daraus
zieht. Bey, bye, Germany
Freising (Bayern), Tobias Wolf
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Dass durch den Export von Arbeitsplätzen ins billigere Ausland viel
Geld gespart wird, ist klar. Wie viel Geld kann jedoch gespart werden,
wenn nicht nur die Arbeitsplätze, sondern auch das Management
mitexportiert werden? Die Aktionäre würden sich sicher über höhere
Dividenden freuen und die "Normalbürger" über die Abwesenheit dieser
Nieten in Nadelstreifen.
Hamburg, Rolf Lüthmann |
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Erst wenn der letzte deutsche Industriearbeiter nur
noch fünf Euro in der Stunde bekommt, wird das Siemens-Handy nicht für
300 Euro zu verkaufen sein und ein Opel wohl unter 5000 Euro kosten
müssen. Bei all dem Kostenwahn darf doch die Nachfrageseite nicht
vernachlässigt werden. Die Rumänen und Chinesen, die heute für deutsche
Unternehmen fertigen, können in zehn Jahren ja auch unsere
Konsumentenrolle übernehmen.
Barcelona, Markus Pompetzki
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